Gut vernetzt für mehr biologische Vielfalt

Pressemitteilung – 01.10.2026

Gut vernetzt für mehr biologische Vielfalt

Vernetzungstreffen in Baruth zeigt Wege für mehr Biodiversität in der Brandenburger Landwirtschaft

Rund 30 Experten und Expertinnen aus Landwirtschaft, Klima- und Naturschutz trafen sich am 30. September 2026 in Baruth/Mark (Landkreis Teltow-Fläming). Sie diskutierten über die Finanzierung und Umsetzung von Maßnahmen, die den Naturschutz und die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen fördern.

Das Natura-2000-Team Mitte des Landes und die Vernetzungsstelle Biodiversitäts- und Klimaberatung der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) hatten eingeladen.

Welche finanziellen Anreize oder Förderinstrumente stehen landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung, um Maßnahmen zum Naturschutz, zur Klimaanpassung und biologischen Vielfalt wirtschaftlich tragfähig auf ihren Flächen umzusetzen? Diese Fragen standen neben dem persönlichen Austausch im Mittelpunkt des Treffens.

Olivia Kummel vom Landschaftspflegeverband Potsdamer Kulturlandschaft und Maria Höhne vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) stellten das bundesweite KOMBI-Projekt vor. In diesem Projekt setzt die Kooperative „Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte“ im Havelland Maßnahmen zum Schutz von Moorböden, Insekten und Wiesenbrütern um. Der überbetriebliche Ansatz schafft größere, zusammenhängende Lebensräume und strukturreiche Flächen. Viele Arten wie Amphibien, Schmetterlinge und Fledermäuse benötigen ausreichend große und verbundene Lebensräume, um stabile Populationen aufzubauen.

Restaurants für Insekten
Am Nachmittag führte eine Exkursion die Teilnehmenden auf Flächen der Baruther Urstromtal Rinderhaltung GmbH. Der Betrieb bewirtschaftet rund 1.400 Hektar Ackerland und hält ganzjährig 800 Mutterkühe mit Nachzucht auf Dauergrünland.

Zu den Naturschutzmaßnahmen des Betriebs zählen unter anderem die Anlage von Gewässerrandstreifen und Blühstreifen sowie ein Ernteverzicht auf ausgewählten Getreideflächen. Davon profitieren zahlreiche blütenbestäubende Insekten, insbesondere Schmetterlinge, Schwebfliegen und Hummeln. Gefördert werden die Maßnahmen teilweise über eine Richtlinie des Landes Brandenburg, mit der kooperative Umsetzungen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ermöglicht werden.
Maria Dennert vom Natura-2000-Team Mitte brachte die Bedeutung der Maßnahmen des Betriebes auf den Punkt: „Insekten brauchen keine Hotels, sie brauchen Restaurants!“

Hintergrund
Die Vernetzungsstelle Biodiversitäts- und Klimaberatung Brandenburg ist ein Kooperationsprojekt der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V., des Deutschen Verbands für Landschaftspflege und weiterer Praxispartner. Das Projekt wird gefördert durch das Brandenburger Landwirtschaftsministerium und ist kofinanziert durch die Europäische Union.

Die fünf Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamtes für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Gemeinsame Aufgabe ist die Umsetzung von Natura-2000-Maßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg.

Bildmaterial (Copyright: Wiebke Wolf, bitte angeben)
Flächenbesichtigung Naturschutzmaßnahmen

Weitere Informationen
https://naturschutzberatung-brandenburg.de/
https://www.natura2000-brandenburg.de/

Kontakt
Christina Menne – Projektleitung Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. (FÖL)
Marienstraße 19-20
10117 Berlin

Tel.: 0155 60909719
E-Mail: naturschutzberatung@foel.de
www.foel.de